Unterbewertete 3D-Druck Materialien, oder warum ihr nur das Falsche kauft!

Teil 1: Ultimaker / FDM


Als Verantwortlicher für den iGo3D Druckservice habe ich das Privileg, viel Erfahrung mit den Druckern sammeln zu können und gleichzeitig mitzubekommen, wie ihr (unsere Kunden) die Maschinen verwendet. In der Regel versuche ich bei internen Projekten immer die Materialien zu nehmen die sich schlechter verkaufen, beziehungsweise von denen wir sehr viel auf Lager haben. Ich will schließlich nicht, dass eure Bestellung später ankommt, weil ich die letzte Spule Filament weggeschnappt habe. Manchmal bekomme ich auch Rücksendungen, oder die Materialien, dessen Ablaufdatum kurz bevorsteht. Damit diese Materialien nicht sinnlos weggeworfen werden und man die Ablaufdaten auch nicht allzu ernst nehmen muss, verwende ich diese Materialien immer gern.


Dabei ist mir Folgendes aufgefallen:

  • Die Materialien, die sich am besten verkaufen, sind nicht immer die besten.
  • Die Materialien, die sich schlecht verkaufen, sind oftmals sogar besser.

Es ist natürlich wichtig, festzuhalten, dass jedes Material Vor- und Nachteile hat und kein Material perfekt ist. Meine Meinungen sind natürlich vollkommen subjektiv und die Erfahrungen die ich gemacht habe, können bei eurem Anwendungsbereich komplett anders sein. Aber jetzt ohne langes Herumgerede meine Erfahrungen und meine alternativen Vorschläge:


PLA Pearl white > PLA white > PLA andere Farbe


Unsere am meisten verkauften Farben bei allen Materialien sind schwarz und weiß. Was dabei leider oft untergeht: Perlweiß!

Perlweiß (oder Pearl White) gibt dem Bauteil einen leicht schimmernden Look, verhüllt Schichtlinien und leichte Verschmutzungen fallen nicht so schnell auf, wie bei normalem "Weiß". Außerdem finde ich die Farbe persönlich auch deutlich schöner, da sie weniger kalt und klinisch wirkt und dem Druck einen gewissen Charakter verleiht. Gebt dem Material eine Chance. Ihr werdet es nicht bereuen!

Verlinktes Drop wurde nicht gefunden!

Innosolve


Die Tatsache, dass der Ultimaker 3 über zwei Düsen verfügt sollte hinlänglich bekannt sein. Das man die zweite Düse für wasserlösliche Stützmaterialien verwenden kann, auch. Was viele unserer Kunden aber leider manchmal erst zu spät bemerken ist, dass beim Verwenden des wasserlöslichen Stützmaterials (PVA) gewisse Dinge beachtet werden müssen. Meiner Erfahrung nach ist dabei das Stützmaterial von Innofil (Innosolve) oftmals einfacher und verlässlicher, als die PVA Materialien anderer Hersteller.

Was unterscheidet die Materialien? Auf der chemischen Ebene: Talkum. In der Praxis sorgt dies aber dafür, dass sich Innofil Innosolve schneller im Wasser auflöst, länger auf der Rolle lagerbar ist und nicht so schnell die Düse verstopft. Das Beste: günstiger ist es auch noch. Wie gesagt, dies ist meine persönliche Meinung, aber probiert es doch einmal selbst aus.


3DLac- Haftspray:


Die Frage der Druckplattenhaftung ist ein bisschen eine Glaubensfrage. Wenn man zehn verschiedene Experten hierzu fragen würde, bekäme man sicherlich zehn verschiedene Antworten und Ansichten.

Die Produktvielfalt in diesem Segment ist enorm. Neben dem klassischen Klebestift führen wir bei iGo3D mittlerweile auch noch Printafix, Dimafix, Ultimaker Adhesion Sheets und BuildTak in unserem Portfolio.

Alle diese Lösungen haben definitiv Ihre Berechtigung, trotzdem möchte ich euch im Folgenden meine Allround-Lösung empfehlen:

3DLac zeichnet sich durch ein angenehmes Verhältnis aus Preis, Haftung und einfacher Anwendung aus. Auch wenn die Haftung sicherlich nicht so stark ist wie beispielsweise bei Dimafix, so finde ich die Gerüche und Dämpfe die in der Anwendung auftreten persönlich angenehmer und vor allem geringer. Außerdem lässt sich 3DLac wirklich simpel mit Leitungswasser von der Druckoberfläche wieder entfernen. Hier werden keine zusätzlichen Werkzeuge wie Spachtel, oder Chemikalien wie Isopropylalkohol, benötigt.

Bei mir im Druckservice verwende ich 3DLac bei ca. 15 Druckern. Mit einer Dose komme ich dabei ca. zwei Monate hin bei guter Auslastung. Wenn ihr bei euch privat einen einzelnen Drucker habt, oder auch in eurer Firma evtl. eine handvoll Maschinen, kommt ihr mit einer Dose wirklich weit.

Von daher sehe ich 3DLac als Musthave für jeden, der zuverlässige Ergebnisse haben möchte. Das Haftspray erlaubt es einem, abends das Büro zu verlassen und fest damit rechnen zu können, dass sich der Druck nicht von der Druckplatte ablöst.


Bis demnächst,

Euer Niklas

Techniker / Printservice

Kommentare

Hallo Niklas, danike für den interessanten Artikel! Zu Haftsprays gibt es verschiedene Meinungen, aber mein Favorit ist auch der 3D-Lac. Dimafix ist möglicherweise bei Hochtemperaturmaterialien wie ABC, PETG etc. besser, aber ich drucke viel PLA und liebe deshalb den 3D-Lac. Wenn ich ein Druckteil partout nicht von der Glasplatte runterbekomme, lasse ich etwas warmes Leitungswasser über die Platte laufen und warte dann einige Minuten, bis die Feuchtigkeit auch in den 3D-Lac unterm Druckobjekt gezogen ist, dann lässt es sich fast immer problemlos ablösen. Wann gibt es denn einen Teil 2 zu Deinem Artikel? Würde mich über weitere Tipps freuen!

Thekla, 24.09.2020 11:10

Hallo Niklas, ich finde DIMAFIX am Besten.

Andreas, 01.11.2018 09:52

Hi Niklas, das was du über das PLA Pearl White schreibst kann ich bestätigen. Ich drucke die Lithophane damit und es schaut Top aus. Der 3D Lack hat mich noch nie im Stich gelassen und ist auch sehr zu empfehlen. Gruß Steffen

Steffen, 14.10.2018 13:55

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