Der verborgene Markt der additiven Fertigung: Hochtemperatur-Kunststoffe


Mit über 1.500 installierten hochtemperaturfähigen 3D-Druckern ist INTAMSYS führend auf dem Markt der additiven Fertigung für Hochleistungsmaterialien wie PEEK, PEKK, PAEK und PEI. Jedoch findet der 3D-Druck von technischen Kunststoffen mit hervorragenden Eigenschaften, die auch höhere Temperaturen erfordern, aber für den Druckprozess nicht so kritisch sind, nur begrenzte Aufmerksamkeit. Mit einer kompletten Reihe industrielle Hochtemperatur-3D-Drucker konzentriert sich INTAMSYS neben den Hochleistungskunststoffen auf dieses Marktsegment.

Für Standardmaterialien wie PLA gibt es bereits genügend 3D-Drucker. Jedoch gibt es wenige 3D-Drucker für Industrieunternehmen, die Anwendungen, die die intrinsischen Eigenschaften von technischen Kunststoffen erfordern, verarbeiten können. In diesem Markt, den industriellen FFF-Hochtemperaturdruckern, wollen wir die Nummer 1 in der Welt sein, mit einem Angebot, das vom Einstiegsmodell bis hin zu industrietauglichen 3D-Produktionsdruckern reicht sagt Bart Leferink, Vice President EMEA bei INTAMSYS.

Globale Expansion

Der chinesische Hersteller INTAMSYS (INtelligent AM SYStems) hat diese Technologie seit ihrem Start im Jahr 2013 zur industriellen Reife gebracht. Allein im vergangenen Jahr wurden fast 500 FUNMAT HT, das industrielle Einstiegssystem, verkauft. Ab 2020 beginnt die weltweite Expansion. INTAMSYS investiert derzeit in den Aufbau einer globalen Organisation. Bart Leferink, der über Erfahrungen sowohl in der Polymer- als auch in der Metalldrucktechnologie verfügt, baut die EMEA-Organisation mit einem europäischen Hauptsitz in Stuttgart aus. Paul Carlson, seit 2003 in der AM-Industrie tätig und mit 16 Jahren Stratasys-Erfahrung, leitet die Aktivitäten in Nord- und Südamerika. Mit unseren eigenen Niederlassungen in Europa und den USA wollen wir nahe bei unseren Kunden und unseren Vertriebspartnern sein sagt Bart Leferink. Diese Vertriebspartner werden die Kunden mit Beratung, Anwendungsentwicklung und Service unterstützen, während die Top-Key-Accounts vom europäischen INTAMSYS-Team in Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern betreut und unterstützt werden, so Bart Leferink.

Industriell und Hochtemperatur

INTAMSYS konzentriert sich auf die FFF-Drucktechnologie für Hochleistungspolymere und technische Kunststoffe. Der Grund dafür ist, dass man mit diesen Materialien viele bestehende Fräs- und Spritzgussteile aus Metall und Kunststoff z.B. im Maschinenbau durch 3D-gedruckte Werkstücke ersetzen kann. Bart Leferink: Der FFF-Druck hat einen Vorteil gegenüber anderen additiven Herstellungsverfahren, weil bei der Extrusion des Materials, das wir nur formen, die intrinsischen Eigenschaften des Kunststoffs weitgehend erhalten bleiben, im Gegensatz beispielsweise zu Techniken, die auf dem Pulverbett basieren. Diese technischen Kunststoffe erfüllen in 80 Prozent der Fälle die Anforderungen der verarbeitenden Industrie. Denken Sie an Polycarbonat, kohlenstoffgefülltes Nylon und ABS. Für das 3D-Drucken dieser relativ preisgünstigen Filamente ist kein Drucker für sehr hohe Temperaturen (180 °C oder mehr) erforderlich. Aber die Filamente lassen sich viel einfacher und präziser auf moderat hochtemperaturgesteuerten Systemen verarbeiten.


Komplette Linie zur Skalierung der Produktion

INTAMSYS hat eine komplette Reihe industrieller FFF-Drucker für alle Anwendungen entwickelt, die von technischen Hochleistungskunststoffen profitieren, angefangen von den harten PEEK-Materialien bis hin zu ABS. Bei allen hochtemperaturfähigen 3D-Druckern bietet INTAMSYS die Möglichkeit, Temperatureinstellungen anzupassen, um den Druckprozess zu optimieren. Das Einstiegsmodell ist der FUNMAT HT. Dieser industrielle 3D-Drucker der Einstiegsklasse zeichnet sich dadurch aus, dass der Drucker von Grund auf für das Drucken mit Hochtemperatur-Filamenten konzipiert ist. Der FUNMAT HT verfügt über einen einzelnen Extruder mit einer 450 °C-Düse und einer 160 °C beheizten Bauplatte, wobei der gesamte Bauraum beheizt wird. Motoren und andere Komponenten sind so ausgewählt, dass sie auch bei hohen Temperaturen einwandfrei und genau funktionieren. Bart Leferink: Die Entwicklung eines Hochtemperatur-3D-Druckers erfordert mehr als die Beheizung des Bauraums. Alle Komponenten müssen in dieser Hochtemperaturumgebung weiterhin einwandfrei funktionieren. Der FUNMAT HT ist in der Lage, sowohl Hochleistungs- als auch normale technische Polymere zu drucken, was die meisten Anwender tun werden. Mit der Einführung dieses FFF-Druckers auf dem Markt können Unternehmen mit der Entwicklung ihrer Anwendungen beginnen, ohne große Investitionen in die Ausrüstung tätigen zu müssen, um die Vorteile eines Hochtemperatur-3D-Druckers nutzen zu können. Der FUNMAT Pro 410 und der Pro 610 HT sind die größeren, industrietauglichen und produktionsfähigen Modelle, die auf den gleichen Konstruktionsprinzipien basieren, so dass man die Produktion skalieren kann.

FUNMAT Pro 610 HT

Der brandneue FUNMAT Pro 610 HT, wird noch in diesem Jahr bei den ersten Pilotkunden installiert. Bestellungen können schon entgegengenommen, jedoch wird das System erst ab Q1 2021 vollständig für den Verkauf auch über seine Wiederverkäufer freigegeben. Bart Leferink: Der FUNMAT PRO 610 HT ist in vielerlei Hinsicht eine überlegene Alternative zu den wenigen existierenden Großformat-Hochtemperaturdruckern, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind, und zwar in Bezug auf Temperatur, Bauvolumen, zertifizierte Materialien und Produktivitätsmerkmalen wie die vier Filamentspulen in der Filament-Bay, die automatisch gewechselt werden. Auf diese Weise kann der FUNMAT Pro 610 HT kontinuierlich drucken. Genau wie der FUNMAT PRO 410 verfügt der 610 HT über zwei Extruder für den 3D-Druck von zwei verschiedenen Polymeren in einem Teil oder Sie verwenden den zweiten Extruder für Trägermaterial.

Offene Plattform

Die offene Plattform - in allen Systemen - und die Zertifizierung sind zwei weitere Schlüsselelemente in der Strategie von INTAMSYS. INTAMSYS bietet mit der FUNMAT-Serie eine offene Plattform an, so dass die Kunden ihre eigenen Materialien auswählen können. Die Zertifizierung dieser Materialien erfolgt in Partnerschaft mit Materialanbietern, um den Kunden optimierte Parametereinstellungen zu ermöglichen. Um Kunden bei der Einhaltung von Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften zu unterstützen, veröffentlicht INTAMSYS ein MDS (Materialdatenblatt), das Einblick in die chemische Zusammensetzung gibt. Darüber hinaus gibt INTAMSYS den Kunden während des 3D-Druckprozesses Zugang zu allen Daten. Sie können z.B. die Daten aus dem Drucker FUNMAT PRO 610 HT extrahieren und diese für Zertifizierungs- und Qualifizierungszwecke verwenden. INTAMSYS bietet auch die CE-Zertifizierung nach Maschinenrichtlinie an. Wir unterstützen unsere Kunden beim Aufbau eines kompletten AM-Prozesses, der für die Mitarbeiter sicher ist, den Vorschriften entspricht und im Vergleich zu anderen Herstellungsverfahren wettbewerbsfähig ist, sagt Bart Leferink.

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